Monte Rosa Süd


Tourdatum  16. - 19.04.2026
Schwierigkeit WS+
Höhenmeter Auf- und Abstieg  ca. 2'500 HM Aufstiege und 3'700 Hm Abfahrten gesamt
Schlüsselstelle(n) WC im Rifugio Città di Mantova...
Ausrüstung Skihochtourenausrüstung komplett 
Zugang zum Ausgangspunkt ab Skigebiet Alagna
Unterkunft/Einkehr Hotels in Alagna, Rifugio Città di Mantova, Rifugio Gnifetti
Kartenmaterial Swisstopo
Literatur Tourenportal SAC
Ziele in der Nähe Lyskamm, Dufourspitze, Nordend etc.


Donnerstag 16.04. und Freitag 17.04.2026

Pistenflitzen und Gipfelparade 1. Streich

  

Im Frühtau zu Berge...oder zumindest auf den Weg nach Alagna wir gehen..tralalalaaa...denn der geschätzte Organisator Urs hat für die kommenden Tage Gipfelsammeln im Monte Rosa veranschlagt. Es soll also hoch hinaus gehen, alle geplanten Gipfel sprengen die 4000er Marke, der eine und andere davon steht sogar ziemlich weit oben in der Rangliste der CH-4000er.

 

Und so ist es sicher nicht eine ganz so üble Idee, uns am Anreisetag auf den Skipisten oberhalb Alagna etwas an die Höhe heranzutasten. Das Wetter ist herrlich und viel ist nicht mehr los...die Saison neigt sich hier ihrem Ende entgegen. Auch die Hütten im Gebiet werden am kommenden Sonntag ihre Türen schliessen und die Skitourensaison hinter sich lassen.

 

Die erste Nacht verbringen wir aber noch komfortabel im Hotel in Alagna und geniessen ein feines Znacht in einem Restaurant im Dorf. Auch hier merkt man, dass bald Pause ist...es ist nicht mehr viel los und im Hotel sind kaum andere Gäste ausser uns auszumachen. Ämul am Zmörgä simmer flätt äläi.

 

Der Zustieg zum Rifugio Città di Mantova, wo wir die nächsten 2 Nächte verbringen werden, gestaltet sich dank Bahnunterstützung sehr überschaubar und schon bald deponieren wir den Krempel, welchen wir unterwegs zum ersten Teil unserer Gipfelparade nicht benötigen, auf der Hütte. 

 

Mit etwas leichteren Rucksäcken visieren wir unser erstes Ziel die Parrotspitze an, die mit ihren 4'432 Metern nicht mehr ganz in den Top Ten der Schweizer 4000er rangiert - der durch den Deutschen Friedrich Parrot im Jahr 1863 erst bestiegene Gipfel liegt auf Rang 11 direkt hinter dem viel prominenteren Matterhorn. Unser Aufstieg führt uns wie den Erstbesteiger über den Westgrat zum Gipfel. Es ist warm und windstill. Tiptop.

 

Und da wir von Gipfel-Parade sprechen - auf die Parrotspitze folgen noch die Ludwigshöhe 4'341m, im Rang 13. der vorerwähnten Hit-...äh Gipfelliste und das Corno Nero, welches mit seinen 4'321 Metern aber "ausser Konkurrenz" läuft, sprich kein Schweizer 4000er ist. Und so schenken sich die anwesenden Damen diesen Gipfel zwecks Energiesparmassnahmen und geniessen an dessen Fusse eine ausgiebige Pause, während sich die Herren nicht lumpen lassen und dieses Schwarze Horn allesamt erfolgreich erklimmen. Auguri ragazzi!

 

Erfolgreich ist schlussendlich auch die Abfahrt zurück zum Rifugio, wo wir uns nun definitiv für die kommenden beiden Nächte einrichten - ein Zimmer für unsere Gruppe alleine - tiptop. Das Nachtessen mundet sehr gut und auch der dazu genossene Vino ist auch nicht zu verachten. Zu verachten hingegen sind die sanitären Anlagen - mehr dazu im Fazit dieser Tourentage.

 



Samstag 18.04. und Sonntag 19.04.2026

Gipfelparade 2. Streich und Heimreise

 

Im Frühtau zu Berge...auch heute wir wieder geeehhhhnnn....der Gipfelparade 2. Streich soll heute vollendet werden. 

 

Und so ziehen wir dann auch bei Tagesanbruch von dannen...der Höhenlage geschuldet leider nicht ganz vollzählig. Schade...dann kommen wir für die Zurückgebliebene halt nochmals wieder für den Rang 3 der Schweizer Vierer - die Zumsteinspitze mit 4'563m. Der Rest der Gruppe geht heute schon mal rekognoszieren.

 

Auf anfänglich gleicher Strecke wie am Vortag steigen wir auf, das Wetter ist bestens, nur etwas windiger und kälter als am Vortag. Im mässigem, aber stetem Tempo kommen wir gut voran und erreichen alle das Skidepot an der Zumsteinspitze. Nun heisst es umrüsten und die letzten Höhenmeter zu Fuss zurückzulegen. Ein kurzes Stück erscheint manch einer auf den ersten Blick etwas gfürchig, ist aber letztlich gut machbar. Kasperlen darf man trotzdem nicht, ausser man ist scharf auf einen Abflug..im Abstieg dann noch etwas mühsam mit der Kreuzerei und dem Verhalten einiger Mitmenschen am Berg...oder wieso genau will man einer fremden Seilschaft ins Seil greifen, an dessen Ende der Seilletzte im Abstieg ist, um sich daran hochzuziehen?! So nicht Mössiöö! Da werden auch Einmeterundachtundfünfzig sehr schnell, sehr imposant...

 

Nach dem Dritten in der Rangliste ziehen wir weiter zum Vierten, der Signalkuppe/Punta Gnifetti mit 4'554 Metern. Hier oben thront die höchste Schutzhütte der Alpen, die Capanna Margherita. Aktuell ist sie aber geschlossen, wird also nichts mit dem Espresso über den Wolken. Ja nu, dann halt weiter zu den nächsten Gipfeln - dem Balmenhorn mit 4'167 Metern und der Vincentpyramide mit 4'215 Metern. Diese beiden stehen vollständig auf italienischem Boden und zählen somit nicht zur Schweizer 4er Hitliste. Während das Balmenhorn mit einem kurzen Klettersteiglein etwas Würze aufweist, ist die Pyramide mehr oder weniger ein Hügel, dessen höchster Punkt mit den Skiern erreicht wird. Angesichts des dann doch frostigen Windleins verziehen wir uns alsbald und schmeissen uns in die Abfahrt, welche sogar noch den einen und anderen Schwung in etwas wie Pulverschnee bereithält.

 

Zurück auf der Hütte lassen wir es uns erst einmal gut gehen und stossen mit der obligaten Hopfenkaltschale auf die uns wohlgesinnten und erreichten Gipfel an. Schön wars! Abendessen wieder lecker, ebenso der Vino. Die Nacht ist wie sie halt auf der Hütte so ist, sosolalala. Das Zmorgä am nächsten Tag mehr als dürftig, wir sind froh, dass wir nicht auf eine ausreichende Energiezufuhr für eine anstehende Tour angewiesen sind und uns nur noch auf die Heimreise machen dürfen.

 

Fazit:

Auch dieses Mal wieder haben wir Tourentage in überaus geschätzter Gesellschaft geniessen dürfen - daher erst einmal ein erstes dickes Merci an Urs für die Organisation und den umsichtigen Lead! Allen den anderen ein zweites dickes Merci fürs Zusammensein, die Gespräche, das Lachen, das Jutzen, den Support und für alles, wofür man sich sonst noch so bedanken kann! 

 

Nun zum Rifugio Città di Mantova...es ist uns auch klar, dass eine Hütte auf dieser Höhe kein Hotel ist. Erwarten wir auch gar nicht. Und jetzt kommt...ganz genau.....das ABER....wenn ich dem Gast je Übernachtung mit HP hundert Euro abknöpfe, dann erwarten wir zumindest, dass die WC-Anlagen einigermassen in Schuss gehalten werden. Dies sollte doch auch bei diesen italienischen Modellen vom Typ "Lauberhornabfahrt" (will heissen - ab in die Hocke für die Dauer des Geschäfts) möglich sein...schon nur, dass immer ausreichend gefüllte Wassereimer für eine minimale Spülung wären. Aber dem war nicht so. Vor allem nicht mehr am Sonntagmorgen. Schliesslich macht man heute die Hütte zu, also kümmert sich niemand mehr um die WCs bis zur Endreinigung. Wirklich grüüsig...war doch die eine oder andere Kabine aufgrund des "Angehäuften" kaum mehr nutzbar...und mit den gleichen Tretern an den Füssen spazieren alle danach wieder in der Hütte rum. Empfehlung an dieser Stelle: nur mit Socken in die Crocs.

 

Auch nicht mehr wirklich lecker war wie bereits angetönt das Zmorgä. Analog zu den sanitären Anlagen liess man es auch hier nur noch auslaufen und und unser Zmorge bestand aus Zwieback und Chräpfli mit Nutella. Sehr schade, denn eigentlich war der erste Eindruck der Hütte (exklusive Klosetterie...) und der Crew gar nicht so schlecht - freundlich waren sie, die beiden Abendessen haben gemundet und das Zimmer war absolut in Ordnung. 

 

Nun denn, wir werden die Tage trotzdem in bester Erinnerung behalten. Und wie es jeweils ist, wird das besagte Scheisshaus auf 3'500 Metern über Meer sicherlich immer wieder mal das Thema sein, wenn wir von diesen Touren sprechen werden. Unforgettable.

 



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