Gitzischössli, Firstspitz und Muotithaler Chrüz


Tourdatum 04.06.2015
Schwierigkeit T5 - T6, II
Höhenmeter Auf- und Abstieg 1200 Hm
Schlüsselstelle(n)

Alles in allem anspruchsvolle Alpinwanderung, mit Steinschlag muss stets gerechnet werden

Ausrüstung (Alpin-)Wanderausrüstung mit Helm und Pickel, Schuhe mit gutem Profil
Zugang zum Ausgangspunkt ab Haustüre
Unterkunft/Einkehr Diverse im Muotithal, Spirstock, Wildä Maa
Kartenmaterial Muotathaler Wander- und Skitourenkarte 1:25'000
Literatur

Clubführer SAC "Zentralschweizerische Voralpen" von Willy Auf der Maur

Ziele in der Nähe Forstberg, Druesberg

Durch die Südabdachung des Heuberig führen die verschiedensten Wildheuer- und Jägerpfade. Einige davon kennen wir bereits, andere warten noch darauf, von uns begangen zu werden - so auch die Route via Gitzischössli mit der „Firstspitz-Diretissima“.


Am heutigen Feiertag sollte es endlich mal soweit sein und ein langgehegtes Projekt umgesetzt werden. Petrus ist uns auf jeden Fall wohlgesonnen – das Wetter ist schlichtweg fantastisch und unser Tal erstrahlt im schönsten Morgenlicht. Nichts wie los also und diesen herrlichen Tag in vollen Zügen geniessen!


Wir können die Tour gleich von zu Hause aus angehen, die Karre lassen wir da, wo sie ist. Friedlich ist er, der heutige Morgen, erstaunlicherweise treffen wir bis oberhalb der Kirche keine Menschenseele an. Dafür machen sich diese Zeitgenossen hier deutlich bemerkbar – zu Ehren der Jungfrau Maria werden Böllerschüsse abgefeuert. Heuer zum 321. Mal und immer noch aus den gleichen Eisenbehältern. Wir halten kurz inne, sehen dem Treiben zu und plaudern einen Moment. Soviel Zeit muss sein.


Schlussendlich geht unser Weg aber trotzdem weiter…wir steigen hoch bis zum Guggeli, wo bereits fleissig gemäht wird, Feiertag hin oder her. Aber trockenes Heu gibt es nun mal nur bei schönem Wetter.


Vorbei am Stall oberhalb des Wohnhauses und des Hauptstalls geht es auf Wegspuren resp. einem Schafpfad aufwärts, nach einem kleinen Weidstall kommt man bald in den Wald. Auch hier leiten Wegspuren teilweise den Weg. Das Gelände wird aber merklich steiler. Die Wegspuren leiten nach links in einen Bachlauf, welchem wir folgen – oben dient eine markante helle Felswand als Orientierungspunkt. 


Am Fusse dieser Felswand queren wir nach links zu einem Band, welches nach rechts wegzieht. Der Felsriegel zu Anfang des Bandes lässt sich gut erklettern und es geht weiter über steiles Gras, eine weitere kleine Felsstufe und noch mehr steiler Gras hoch auf den Heuberigsboden (markante Steinplatten). Von hier aus geniessen wir einen der vielen fantastischen Tiefblicke, die diese Tour zu bieten hat.


Auf der Ostseite des Heuberigsbodens bricht das Gelände jäh ab – weit unten fliesst der Hofbach, der unterhalb des Firstspitzs sein Einzugsgebiet hat. Ab hier folgen wir mehr oder weniger einer Geländerippe im Wald. Botanisches „Hände-aus-dem-Sack-Gelände“. Am Ende dieser Rippe schlüpfen wir zwischen ein paar Tannen durch und erreichen den Weg, welcher durch die Bräche rüber zur Sulzmatt führt. Hier machen wir erst einmal Pause, geniessen Aussicht und eine Kleinigkeit aus dem Rucksack und studieren den Weiterweg hoch auf den Firstspitz.


Gestärkt und immer noch frohen Mutes nehmen wir schon bald den Schlussanstieg auf den Firstspitz unter die Füsse. Anfänglich dem Zaun entlang hoch bis zum Tannen- und Gestrüppstreifen. Hier weichen wir leicht absteigend nach links aus, um einen einigermassen angenehmen Durchschlupf zu finden. Wieder kurzer Anstieg bis unter den Südfuss des Firstspitz, weiter über gut gestuftes Schrofengelände aufwärts, um dann nach rechts über eine kleine Felsplatte in die steile Grashalde zu gelangen, welche leicht nach links ziehend durch ein Couloir hoch auf den Grat führt. Blick nach links und schon haben wir das Gipfelkreuz im Blickfeld.


Hier lassen wir uns nieder und geniessen die herrliche Aussicht, bevor es weiter zum Muotithaler Chrüz geht, welches wir mehr oder weniger dem Grat entlang erreichen können. Das fantastische Panorama, beeindruckende Tiefblicke und ein prächtiger Bergfrühling machen die Wanderung zu einem puren Genuss!


Am Muotithaler Chrüz lassen wir uns zum Zmittag nieder – Salsiz, Alpkäse und gutes Brot…wunderbar! Wir geniessen und sind dankbar für soviel Lebensqualität!


Nach ausgiebiger Rast steigen wir ab – via Ilgisalp, Buofflen und Höchweid erreichen wir den Tritt, von wo aus wir auf dem Wanderweg wieder zurück ins Tal gelangen.


Abschluss der Tour in der Post – mit einem Most!


Fazit:

Spannende Alpinwanderung mit imposanten Aus- und Tiefblicken, spassigen Kraxeleien und allerlei Botanikeinlagen. Das Mitführen von Helm und Pickel ist sicherlich nicht schlecht, bei Nässe dürfte die Route da und dort doch recht heikel werden.


Alternativ kann auch via Tritt, Heuberighüttli und Horgrasen ins Tal abgestiegen werden.