Gross Leckihorn


Tourdatum 27.11.2016
Schwierigkeit WS+
Höhenmeter Auf- und Abstieg 1200 Hm (ab unserem Ausgangspunkt auf ca. 1'800)
Schlüsselstelle(n) Einige Hänge im Witenwasserental können durchaus lawinengefährdet sein. Vorsicht auch auf dem Zustieg zur Rotondohütte - Lawinen können durchaus die Aufstiegroute erreichen. Der Querung vom Leckipass an den Fuss des Leckihorns, wie auch dem Gipfelhang sollte je nach Verhältisse ausreichend Beachtung geschenkt werden.
Ausrüstung Skitourenausrüstung
Zugang zum Ausgangspunkt PW ins Witenwasserental (bewilligungspflichtig und auf eigene Verantwortung, je nach Strassenzustand Allradfahrzeug mit Bodenfreiheit u/o Schneeketten erforderlich)
Unterkunft/Einkehr Rotondohütte SAC, Bahnhofbuffet Realp
Kartenmaterial 1231 Urseren, 1:25'000
Literatur

Skitourenführer SAC "Zentralschweizer Vor-

alpen und Alpen" von Martin Maier

Ziele in der Nähe Rottällihorn, Witenwasserenstock, Pizzo Lucendro

Der Föhn, gegen welchen wir vor einer Woche auf der Ruosalper Chum anzukämpfen hatten, hat inzwischen ganze Arbeit geleistet. Bis auf um die 1800 Meter rauf ist die weisse Pracht verschwunden. Und wenn wir sagen verschwunden, dann meinen wir auch verschwunden. Weg, fort, nichts mehr da. Und wie bei uns der Föhn, hat im Süden der Regen gewirkt. Nur dass in südlichen Gefilden in der Höhe dann doch einiges an Schnee gefallen ist. Und diese Tatsache sollte doch auch im häufig vom üdeinfluss geprägten Witenwasserental ein Skitürli ermöglichen. Das Wetter schien ja für Sonntag auf

unserer Seite zu sein. Zumindest über dem Nebel.

 

Und so traten wir am Sonntagmorgen recht guten Mutes unsere Reise ins Urnerland an. Bei leichtem Regen notabene. Also erst einmal in Realp ins Bahnhofbuffet, um es bei einem Kaffee tagen zu lassen. Schliesslich wurden es zwei Kaffees. Und eine Nussstange.

 

Die Helligkeit förderte erst einmal grüne Hänge bis weit hinauf zu Tage. Und jede Menge tiefhängendes Gewölk und Nebel. Aber wir wollten uns nicht beirren lassen und kurvten dank Fahrbewilligung, Allradfahrzeug mit ausreichend Bodenfreiheit und Schneeketten bis auf eine Höhe von ca. 18-, 1900

Meter ins Witenwasserental hinein. Damit war das Thema „Skihochtragen“ auch gleich erledigt – wenn auch dünn, erlaubte die vorhandene Schneedecke schon vom Auto an das Steigen mit Ski.

 

Bis auf ca. 2200 – 2300 Meter Höhe präsentierte sich der Untergrund hart, aber gut zu begehen. Gepaart mit dem immer noch anwesenden Wasserdampf machten sich erste klitzekleine Zweifel breit, ob das heute noch was werden sollte mit einer genussvollen Skitour. Aber egal, Hauptsache draussen und in Bewegung.

 

Bald schon sollte sich unser Optimismus bezahlt machen – aus hart wurde Pulver, aus Nebel Sonne und das Witenwasserental präsentierte sich dick verhüllt in winterliches Weiss. Bis zur Rotondohütte waren offenbar schon Schneeschuhgänger unterwegs, hoch zum Gross Leckihorn zog eine einzelne Skispur. Die Abfahrtsspur dazu liess viel Vorfreude aufkommen.

 

Jeden Schritt geniessend ging es aufwärts und aufwärts, die herrliche Winterlandschaft strahlte eine unglaubliche Energie aus und bald schon standen wir zufrieden auf dem Gipfel, wo wir es uns erst einmal an der Sonne gemütlich machten, um uns zu verpflegen und die prächtige Rundumsicht zu

geniessen.

 

Allzu lange wollten wir dann aber die Abfahrt doch nicht warten lassen. Zu verlockend lagen uns die Hänge zu Füssen. Und – liebe Leser – es war einfach nur der Hammer! Herrlicher Pulver und erst eine einzige Spur – das ist Leben!

 

Ein Stück unten setzten wir uns nochmals etwas in die Sonne und genossen den Anblick der beiden Tourler, welche in gekonnter Manier vom Lucendro abfuhren, bevor auch wir den Rest der Strecke unter die Skier nahmen.

 

Abschluss der überaus gelungenen Tour in Andermatt im toutoune. Fein wie immer.

 



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